Kleine Dinge bereiten große Freude: Lebende Steine

How small things bring big joy: flowering stones

Vermutlich müssen wir Ihnen nicht alle Sehenswürdigkeiten nennen, die Namibia zu bieten hat. Sie reichen von den majestätischen Dünen rund am Sossusvlei über die vielfältige Tierwelt im berühmten Etosha-Nationalpark bis hin zum zweitgrößten Canyon der Welt am Fischfluss und zu den Epupa-Fällen, wo Wassermassen donnernd in die Tiefe stürzen.

Unsere Küste hat für jeden etwas zu bieten: Kitesurfen, Dünenboarden und Quadbikefahren in der Nähe von Walvis Bay und Swakopmund, eine riesige Robbenkolonie im Cape Cross auf dem Weg zum Fischerparadies Torra Bay oder Surfen in Riesenwellen an der Skelettküste.

In den letzten Jahren sind mehr und mehr Besucher in Namibia eingetroffen, die großes Interesse an anderen Kulturen und an persönlichen Begegnungen mit Einheimischen haben. Sie bereisen abgelegene Gegenden wie die Kunene- oder die Sambesi-Region, wo ein interessanter kultureller Austausch mit verschiedenen afrikanischen Kulturgruppen möglich ist.

Dies alles sind denkwürdige Erfahrungen, die bis ans Lebensende unvergessen bleiben.

Es gibt ,aber, eine Redewendung "Genieße die kleinen Dinge des Lebens. Eines Tages wirst Du zurückblicken und erkennen, dass es die großen Dinge waren“. Erfahrene Namibia-Wiederkehrer sind daher gern südlich des Wendekreises des Steinbocks unterwegs, wo es für das geschulte Auge viele kleine Wunder zu entdecken gibt. Eines davon wäre die „Mikro-Welt der wilden Tiere“ - Little 5 - in der Namib-Wüste: die „radschlagende“ Spinne (Carparachne aureoflava), Palmato-Gecko, Zwergpuffotter, Namaqua-Chamäleon und eine kleine Düneneidechse (Meroles anchietae).

Das ist eine ganze Menge,, trotzdem möchten wir Sie in dieser Geschichte noch weiter in den namibischen Süden führen und Ihnen eine bemerkenswerte Pflanze zeigen; Lithops oder wie sie im Deutschen heißen „Lebende Steine“. Wahrscheinlich sind sie nicht besonders weit oben auf Ihrer Wunschliste namibischer Sehenswürdigkeiten (weil Sie nicht wussten, dass es sie gibt), aber diese kleinen Wunder des Lebens sind es wert, beachtet zu werden.

Diese etwa 40 Arten zählende Gattung sukkulenter Pflanzen aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) ist überwiegend im südlichen Afrika in Felsspalten und auf Sandebenen zu finden.

Die Einheimischen haben den einzigartigen Sukkulenten liebevolle und sehr bildhafte Namen gegeben wie zum Beispiel (direkt übersetzt) Eispflanzen, Mittagsblumen, Rinderhufe und blühende Steine. Botaniker und Gärtner auf der ganzen Welt verwenden jedoch nicht diese einheimischen Namen, sondern den Gattungsnamen Lithops, der von griechischen Wörtern Lithos (Stein) und Opsis (wie) abgeleitet ist. Er bezieht sich auf ihr Aussehen, das den Steinen ähnelt, unter denen sie wachsen.

In dem wunderschönen Buch „Lithops of Namibia“, geschrieben von Roy Earle und Janice Round mit Unterstützung von Hilde und Frikkie Mouton, öffnet sich Ihnen eine ganz neue Welt. 38 verschiedene Arten sind auf den kargen Flächen im südlichen Afrika zu finden, von denen zwölf in Namibia endemisch sind. Ihre primäre Funktion ist die Stabilisierung des Bodens.

Das Lithops-Buch finden Sie hier https://narrativenamibia.com/collections/books-cds/products/lithops-book

Obwohl in Namibia durschschnittlich nur 2,2 Einwohner pro km2 leben, ist große Vorsicht geboten, um nicht auf Lithops zu treten, denn sie sind Meister der Verkleidung! Sie passen sich perfekt an ihren Lebensraum an, sind aber tatsächlich große Drama Queens. Eine erwachsene Pflanze besteht nur aus zwei gegenüberliegenden fleischigen Blättern, die an der Basis miteinander verwachsen sind und als „Kopf“ der Pflanze bezeichnet werden. Der Oberflächenbereich, der viele verschiedene Maserungen aufweist, wird als "Gesicht" bezeichnet.

Am Ende der Vegetationsperiode, normalerweise dem frühen Winter, beginnt für die Pflanze eine Ruheperiode, in der die beiden Blätter ihre gemusterte Kopfhaut wie eine Schlange abwerfen und zwei neue Blätter an der Basis bildet. Man kann also das Alter eines „Lebenden Steins“ anhand der Anzahl der getrockneten Blattschalen bestimmen. In Jahren der Dürre schrumpfen die Köpfe der Lithops und die Pflanze wird unter der Erdoberfläche begraben.

Einmal im Jahr zeigen sich Lithops in ihrer wahren Pracht, meistens 2-3 Wochen nach den ersten Regenfällen. Dann bringen die Pflanzen eine Blütenknospe hervor, die bald darauf blüht. Die Blüte ist hell, schön und stark duftend, öffnet sich erst am Nachmittag und lockt ihre Lieblingsbestäuber wie Bienen, Fliegen und Ameisen an. Nach Sonnenuntergang schließt sie sich wieder. Die Blütezeit dauert nur 7-10 Tage, die Zeit einer Lithop im Rampenlicht ist kurz.

Die Samenkapsel, die nach der Blütezeit erscheint, enthält Hunderte von Samen, die im Inneren reifen. Die Kapsel trocknet aus und wird holzig; so schützt sie ihren Inhalt, bis der nächste Regen kommt. , Der Kreislauf wiederholt sich, nur etwa ein Prozent der Samen reifen heran. Selbst unter den besten Bedingungen braucht eine Pflanze 3-4 Jahre, bevor sie uns mit einer Blüte erfreuen kann.

Moment mal; Namibia hat dieses Jahr bisher überdurchschnittliche Niederschläge gehabt!

Es ist trotzdem nicht nötig, Ihre Wanderschuhe anzuziehen, ein Vergrößerungsglas einzupacken und die Wüste nach diesen wunderschönen Lithops abzusuchen. Es reicht, eine komfortable Unterkunft im Landhausstil zu buchen Alte Kalkofen Lodge, die Sie auf dem Weg von Keetmanshoop nach Lüderitz anfahren und dort ein wunderbares Abendessen unter dem Sternen genießen. Am nächsten Tag können Sie das Lithoparium im Gartenbereich besuchen und die 16.000 Pflanzen und Setzlinge bewundern. Wenn Sie Glück haben, treffen Sie auf Hilde und Frikkie Mouton, deren Leidenschaft für die Lithops wirklich ansteckend ist.

Tja, wir sollten uns nicht mit unbedeutenden Kleinigkeiten abgeben,, aber wir können uns an kleinen Dingen erfreuen, die im Verborgenen blühen und in ihrer Einfachheit faszinierend sind.

Geschrieben von: Sonia Noirfalise

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