Matukondjo Dolls Project - Getragen von schwesterlicher Liebe und Verbundenheit

It is all about Sisterhood… Matukondjo Dolls Project

 

 

In der staubigen Mont Meru Straße inmitten einer zufällig angeordneten Ansammlung von Wellblechhütten in Windhoeks Stadtteil Katutura sieht man regelmäßig eine Gruppe Freundinnen auf einer kleinen Veranda sitzen. Meriam Haingura, Magda Ndimulene und Drotea Hamunyela leben seit vielen Jahren hier. Meriam kommt ursprünglich aus der Nähe von Nkurenkuru nordwestlich von Rundu und zog mit ihrem Ehemann nach Windhoek, um ihren sieben Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Bald freundete sie sich mit ihren Nachbarinnen Magda und Drotea an, die beide aus Owambo in Nordnamibia stammen.

Im Jahr 2003 machten sie die Bekanntschaft einer Holländerin, deren lebhafte Persönlichkeit und positive Einstellung eine willkommene Abwechslung zu ihrer rauen Realität war. Marjan van Heerdt traf mit ihrem Mann in Namibia ein, der bald darauf anfing Flugsafaris im ganzen Land anzubieten.

Dadurch hatte sie viel Freitzeit, die sie gern sinnvoll nutzen wollte. Marjan unterbreitete den drei Frauen Geschäftsvorschlag. Sie wollte ihnen zeigen, wie sie aus Stoffresten Puppen nähen und sich damit ein Einkommen schaffen können.

Marjan gründete ein informelles Nähprojekt, an dem zunächst acht Frauen beteiligt waren. Sie trafen sich in der Mount Meru Straße, wo Marjan schnell von der rauen Wirklichkeit eingeholt wurde. Sie stand vor der Frage, wie man in diesem ärmlichen Stadtviertel ohne Strom näht? Mithilfe ihrer Kontakte nach Europa und in Windhoek erwarb sie bald alte, aber gut erhaltene fußbetriebene Singer-Nähmaschinen. Jetzt konnten die Frauen die bisher erlernte Theorie in die Praxis umsetzen und zunächst die Kleidung ihrer Kinder flicken!

Marjan hatte aus Europa ein Konzept mitgebracht, das in Namibia neu war. Sie brachte ihren Schützlingen bei, Stoffpuppen nach den Vorlagen anthroposophischer Waldorfpuppen zu fertigen, die sich in Anlehnung an die Lehren Rudolf Steiners bzw. der Waldorfpädagogik an den Entwicklungsstadien von Kindern orientieren.

Die einfachen Stoffpuppen waren weich und biegsam und bestanden aus braunem Baumwoll-T-Shirt-Stoff. Ein Novum in jenen Tagen, als afrikanische Kinder ihre Ebenbilder nicht in Spielwarengeschäften finden konnten.

Die Puppenkleidchen bestanden aus traditionellen afrikanischen Stoffen wie Wachsstoff aus Westafrika und im Damara-Nama-Stil bedruckter Stoff, der die Quiltkultur dieser Bevölkerungsgruppe widerspiegelte; manchmal wurden sogar Stofffetzen von Shweshwe-Drucken verwendet, die in Südafrika von deutschen Missionaren hergestellt wurden. Derzeit sind Ondelela-Stoffe, die die Tradition der nördlichen namibischen Regionen repräsentieren, die lokalen Favoriten.

Die Frauen machten im Nähen schnelle Fortschritte und einigten sich schon bald auf ihren Projektnamen: Matukondjo Dolls, übersetzt "Das Leben ist ein Kampf, und wir kämpfen weiter“.

Meriam Haingura, Magda Ndimulene, Drotea Hamunyela, Alina Lupato, Tusnerde Ndemuweda, Josephina Kauluma sowie zwei Frauen die inzwischen verstorben sind, begannen, eine beeindruckende Sammlung von Stoffpuppen für alle Altersgruppen und Entwicklungsstadien von Kindern zu produzieren: das einfache Puppenkind für die Kleinen, die Schwester mit dem Baby auf dem Rücken für fingerfertigere Kleinkinder und die beliebte Big Mama, die Zwillingsbabys in ihren Vordertaschen trägt.

Marjan lud eine Tasche mit Puppen in das Flugzeug ihres Mannes und bat ihn, sich nach einem Markt dafür umzusehen. Seine Flugsafari an jenem Wochenende führte ihn zum Fischfluss Canyon, wo er auf dem Landestreifen der Canyon Lodge aufsetzte. Dort wurde er vom Managementteam empfangen, das ebenfalls zufällig aus den Niederlanden stammte. Es freute sich über die Puppen, die sofort in das Souvenirgeschäft der Lodge gebracht und dort von den Gästen der Flugsafari gekauft wurden!

Es entstand ein Markt, durch den Marjan in der Lage war, mehr Stoffe zu kaufen. Sie vermittelte den Frauen grundlegende administrative Kenntnisse, die es ihnen ermöglichten, Kosten zu berechnen und Produktionsgebühren zu zahlen. Seitdem haben sie ihr Sortiment um eine Denim-Jungenpuppe sowie eine doppelseitige kaukasisch-afrikanische Puppe erweitert, mit der

das Kind gleich zwei Spielfreunde hat. Zu Weihnachten produzieren die Frauen namibische Shweshwe-Engel als Christbaumschmuck.

Jochen van Acken besucht Namibia seit vielen Jahren und unterstützt das Matukondjo Dolls-Projekt nach Kräften. Jedes Jahr nimmt er den Frauen ein großes Sortiment ab und vertreibt es für sie in Deutschland und Griechenland. Zuverlässig lässt er ihnen den Erlös zukommen und wird von den Frauen sehr geschätzt, da sie damit die Schulbildung ihrer Kinder finanzieren können.

Regelmäßig beliefern sie ausgewählte Souvenirgeschäfte von Gondwana Collection Namibia, insbesondere das Etosha Safari Camp und die Namushasha River Lodge. Ferner verkaufen sie ihre Puppen im Namibia Craft Centre in der Stadtmitte von Windhoek, ihr Stand ist als Out of Katutura bekannt.

Sie besitzen auch ein Geschäft im Zentrum von Windhoek, bekannt als Out of Katutura im Namibia Craft Center. Mit der Aufnahme ihres Puppensortiments in den The Narrative Online Shop ist für die Frauen ein Traum wahr geworden. Mit ihren handgefertigten, vollkommen unvollkommenen, aber ehrlichen namibischen Stoffpuppen können sie jetzt ein globales Publikum erreichen.

Sie möchten Marjan van Heerdt für ihre Weitsicht und vor allem für die Liebe und Verbundenheit danken, die sie in der „Schwesternschaft“ geschaffen hat und die keine geografischen und kulturellen Grenzen kennt.

Das Matukondjo Dolls-Projekt, das weitgehend vom internationalen Tourismus abhängig ist, ist durch die weltweite Corona-Pandemie gefährdet. Mit dem Online-Kauf einer dieser Puppen tragen Sie dazu bei, das Lebenswerk dieser fleißigen Frauen zu retten und ihren Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen.

 

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